Geschlechtskrankheiten:
Sexuell übertragbare Erkrankungen, sind jene Krankheiten, die
auch
oder hauptsächlich durch den Geschlechtsverkehr
übertragen
werden können. Sie können von Bakterien, Viren,
Pilzen,
Protozoen und Arthropoden verursacht werden. Die „klassischen
Geschlechtskrankheiten“ (Syphilis, Gonorrhoe, Ulcus molle und
Lymphogranuloma venereum) hatten bis vor Kurzem nur geringe
Bedeutung, da sie selten geworden waren. Neuerdings mehren sich die
Erkrankungsfälle wieder. Wesentlich bedeutender - und
teilweise
wesentlich schwerer zu behandeln - sind momentan: HIV-Infektion und
AIDS, Hepatitis B, Herpes genitalis, Infektionen mit Chlamydien und
Trichomonaden, Filzlausbefall, und die Infektion mit bestimmten (so
genannten „high risk“) HP-Viren, welche
für das
Entstehen des Gebärmutterhalskrebses verantwortlich sind. So
sind
heute in Deutschland mehr als 100.000 Frauen durch chlamydienbedingte
Infektionen ungewollt kinderlos und versterben an Hepatitis B
jährlich mehr Menschen als an den anderen sexuell
übertragbaren Erkrankungen zusammengenommen - eine Tatsache,
der
heute mit der Impfung gegen Hepatitis B im Säuglings bzw.
Kindesalter entgegen getreten wird.
Häufigkeit: Experten und
Gesundheitsbehörden in ganz Europa stellen eine
drastische Zunahme der „klassischen
Geschlechtskrankheiten“
fest, da in der Bevölkerung der Glaube vorherrscht, dass diese
praktisch verschwunden seien. Da die Bevölkerung die
HIV-Infektion
immer noch als Problem von Randgruppen sieht, betrachten viele Menschen
AIDS als kalkulierbares Risiko und geschützter
Geschlechtsverkehr
mit Kondom wird wieder mehr als Mittel zur
Empfängnisverhütung und weniger zur
Verhütung von
Geschlechtskrankheiten angesehen. Daher stieg nach jüngsten
Erhebungen z. B. in England die Zahl der Syphilis-Erkrankungen binnen
sechs Jahren um das Fünffache, die Fälle von
Gonorrhoe nahmen
um 86 Prozent zu, die Zahl der Chlamydia-Infektionen verdoppelte sich.
In den Niederlanden verzeichneten die Gesundheitsbehörden
binnen
zwölf Monaten eine Syphilis-Zunahme um 80 Prozent. In
Deutschland
verdoppelte sich die Zahl der Syphilis-Erkrankungen zwischen 2000 und
2002 auf rund 2.300 Fälle. Alle Bundesländer
verzeichnen
dabei einen Anstieg, wobei die Ballungsgebiete und
Großstädte wie Berlin, Hamburg, München,
Frankfurt und
Köln besonders betroffen sind. Mehr als 85 Prozent der
Neuinfizierten sind Männer, vor allem in der Altersgruppe von
25
bis 39 Jahren. Am höchsten ist die Zunahme der Neuinfektionen
bei
homosexuellen Männern.
Prävention: Die Verbreitung sexuell
übertragbarer Krankheiten kann minimalem
Aufwand durch den ständigen Gebrauch von Kondomen
eingeschränkt werden. Die Hepatitis-B-Impfung verringert das
Risiko einer Infektion mit Hepatitis B und senkt gleichzeitig bei einer
Infektion den Schweregrad der Erkrankung. Auch ist die Behandlung
vieler Erkrankungen durch die Einführung von Antibiotika stark
verbessert worden. Allerdings müssen diese konsequent auch von
beiden Partnern angewendet werden