sexuelles Begehren vorwiegend für Personen gleichen
Geschlechts
empfunden werden. Homosexuelle Frauen werden auch Lesben oder
Lesbierinnen genannt, homosexuelle Männer auch Schwule. Das
Adjektiv homosexuell wird auch auf gleichgeschlechtliche sexuelle
Handlungen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts angewendet, die
nicht Schwule oder Lesben sind.Der Begriff
Homosexualität
ist eine hybride Wortneubildung aus dem 19. Jahrhundert,
geprägt
von dem Schriftsteller Karl Maria Kertbeny aus griech.
Schätzungen
über die Häufigkeit von Homosexualität
variieren
beträchtlich und werden durch unterschiedliche, voneinander
abweichende Definitionen des Gegenstands kompliziert. Im Allgemeinen
identifizieren Bevölkerungsumfragen zwischen einem und zehn
Prozent der Bevölkerung als lesbisch oder schwul. Allerdings
ist
anzunehmen, dass Umfragen durch die soziale Stigmatisierung der
Homosexualität und die damit einhergehende Tendenz zum
Verschweigen eher nach unten als nach oben verfälscht sind.
Die
tatsächliche Häufigkeit von homosexuellem Verhalten
hängt aber in hohem Maß von gesellschaftlichen und
kulturellen Rahmenbedingungen ab. So gab in einer Studie zur
Jugendsexualität, die 1970 vom Hamburger Institut für
Sexualforschung durchgeführt wurde, beinahe jeder
fünfte der
befragten 16- und 17-jährigen Jungen an, gleichgeschlechtliche
sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben. Zwanzig Jahre später
waren
es dagegen nur noch zwei Prozent. Dass solche Studien jedoch nur
geringen Aussagewert haben, zeigt eine repräsentative
BRAVO-Umfrage aus Heft 14/97, die ergeben hat, dass 25 Prozent aller
Jungs zwischen 14 und 17 schwule Erfahrungen gemacht haben. Zwei
Prozent gaben an, sie seien schwul, 68 Prozent hätten nichts
gegen
Schwule. Wie bei allen Umfragen bezüglich des Themas Sex ist
die
Aussagekraft solcher Statistiken kritisch zu betrachten, da die
Befragten bei intimen Themen dazu tendieren, die Unwahrheit zu sagen.