Als
Bisexualität (altgriech. bi- für "zwei") bezeichnet
man die Neigung, sich zu Menschen
(beziehungsweise Artgenossen) beiderlei Geschlechts sexuell hingezogen
zu fühlen. Als Kurzform ist das Adjektiv bi
gebräuchlich.
Häufigkeit
in westlichen Industrieländern:
Wie hoch der
Anteil der
Bisexualität in der Bevölkerung ist, lässt
sich nur
schwer einschätzen, weil gleichgeschlechtliche Empfindungen
häufig verschwiegen oder von den jeweiligen Personen nicht
bewusst
wahrgenommen werden. Aussagen in der Literatur bewegen sich daher sehr
weit auseinander. Die obere Grenze bildet der Kinsey-Report, welcher
1948 zwischen 90 und 95 Prozent der Bevölkerung als "bis zu
einem
gewissen Grad bisexuell" einstufte. Tatsächliches bisexuelles
Verhalten ist in den meisten Industrieländern aber laut
jüngeren Umfragen zur Angelegenheit einer relativ kleinen
Minderheit von häufig nicht mehr als 10 Prozent der
Bevölkerung geworden. Einige Sexualwissenschaftler
erklären
dies aus der Durchsetzung einer "monosexuellen" Norm in unserer Kultur.
Nach der Selbst- einschätzung der Befragten in
repräsentativen Studien zu urteilen, ist Bisexualität
unter
Frauen in westlichen Industriestaaten weiter verbreitet als unter
Männern.
Bisexualität
in anderen Kulturen:
In manchen
Gesellschaften, wie
der griechisch-römischen Antike oder der islamischen Welt,
galt
die erotische Anziehung zu beiden Geschlechtern als nahezu universelle
Norm. Die ausschließliche Fixierung auf ein Geschlecht, wie
wir
sie heute unter den Begriffen "Homosexualität" und
"Heterosexualität" kennen, mag es zwar gegeben haben, wurde
aber
nur selten zum Thema gemacht.